Peperoni, Pfefferoni oder Cayennepfeffer auf Brett, teils in Chiliringen

Peperoni, Pfefferoni oder Cayennepfeffer? Woher die Verwirrung wirklich kommt


Peperoni, Pfefferoni, Cayennepfeffer – drei Begriffe, die in der Küche und beim Pflanzenkauf ständig durcheinandergeworfen werden. Das liegt nicht an dir: Die Verwirrung hat einen echten sprachgeschichtlichen Grund, und wir klären sie hier ein für alle Mal auf.

Peperoni: je nach Land etwas komplett anderes

Fängst du mit "Peperoni" an, wird es kompliziert. In Deutschland meint der Begriff meist die kleinen, eher scharfen Chilischoten – genau die, die du vom Pizzabelag kennst. In der Schweiz, in Italien und in Südtirol bedeutet "Peperoni" dagegen etwas ganz anderes: die große, milde Gemüsepaprika, die in Deutschland und Österreich schlicht "Paprika" heißt. Zwei Länder, ein Wort, zwei fast entgegengesetzte Gemüsesorten.

Der Grund dafür liegt in der Sprachgeschichte: Das italienische Wort "peperone" bezeichnet traditionell die große Paprikafrucht, während sich im deutschen Sprachraum der Begriff im Laufe der Zeit auf die kleineren, schärferen Sorten verschoben hat – aber eben nicht überall gleich.

Pfefferoni: der österreichische Begriff für eingelegte Chilis

Bei uns in Österreich ist "Pfefferoni" der gängige Ausdruck für eingelegte, fast immer längliche Chilischoten – und zwar sowohl in mild als auch in scharf. Du findest im heimischen Supermarktregal ganz selbstverständlich "Pfefferoni mild" neben "Pfefferoni scharf", was in Deutschland eher unter "Peperoni" laufen würde. Botanisch steckt dahinter meist dieselbe Pflanzenart: Capsicum annuum, aus der auch Paprika, Jalapeño und viele weitere bekannte Sorten stammen.

Cayennepfeffer: der Name, der komplett in die Irre führt

Bei Cayennepfeffer wird die Verwirrung noch größer, weil der Name gleich doppelt irreführend ist. Erstens hat er nichts mit echtem Pfeffer (Piper nigrum) zu tun – die Bezeichnung entstand vermutlich, weil die gemahlenen Chilischoten den europäischen Kolonialisten als scharfer Ersatz für den teuren schwarzen Pfeffer dienten. Deshalb wurde die verwendete Chilisorte historisch auch als "Spanischer Pfeffer" bezeichnet – ein Begriff, der bis heute in manchen Regionen für dieselbe Pflanze verwendet wird.

Zweitens meint "Cayennepfeffer" eigentlich das gemahlene Gewürzpulver aus getrockneten Cayenne-Chilischoten, nicht die lebende Pflanze selbst. Trotzdem hat sich der Name im Gartenhandel längst auch für die Chilipflanze durchgesetzt, aus deren Früchten das Gewürz gewonnen wird. Wer also eine "Cayennepfeffer-Pflanze" sucht, meint in Wahrheit die Cayenne-Chilipflanze – das Gewürz selbst entsteht erst danach, beim Trocknen und Mahlen der Schoten. Genau diese Pflanze führen wir übrigens auch selbst: Unsere Cayennepfeffer-Pflanze stammt aus eigener Aufzucht in Illmitz, falls du dir dein Gewürz irgendwann selbst anbauen und trocknen möchtest.

Warum diese alten Übersetzungen sich so hartnäckig halten

Alle drei Begriffe stammen aus einer Zeit, in der Chili und Paprika gerade erst aus Süd- und Mittelamerika nach Europa kamen und noch keine einheitliche Fachsprache existierte. Jede Region hat sich damals ihre eigene Übersetzung zurechtgelegt – und weil sich Sprache im Alltag zäh hält, tragen wir diese uneinheitlichen Namen bis heute mit uns herum. International hat sich inzwischen zwar "Chili" als übergreifender Begriff für die schärferen Sorten durchgesetzt, die alten, regional unterschiedlichen Bezeichnungen verschwinden deshalb aber nicht automatisch aus dem Alltag.

Was heißt das für dich beim Pflanzenkauf?

Am einfachsten fährst du, wenn du dich nicht auf den Namen allein verlässt, sondern auf die botanische Einordnung und die Schärfeangabe schaust. Milde, peperoniähnliche Sorten findest du bei uns gesammelt in unserer Kategorie milde Chili- und Peperoni-Pflanzen. Suchst du dagegen gezielt die schärfere Cayenne-Sorte fürs eigene Gewürz, findest du sie direkt auf unserer Cayennepfeffer-Produktseite – unabhängig davon, ob du sie nun Peperoni, Pfefferoni oder Cayennepfeffer nennst.

Häufige Fragen

Ist Peperoni dasselbe wie Chili?
Nicht ganz. "Peperoni" wird in Deutschland meist für kleinere, mildere bis mittelscharfe Sorten verwendet, während "Chili" international eher als Oberbegriff für die schärferen Sorten steht. Eine strikte botanische Grenze gibt es dabei nicht.

Ist Pfefferoni ein anderes Wort für Peperoni?
Im Prinzip ja – "Pfefferoni" ist die in Österreich übliche Bezeichnung für das, was in Deutschland meist "Peperoni" genannt wird: eingelegte, mild bis scharfe längliche Chilischoten.

Warum heißt Cayennepfeffer "Pfeffer", wenn er gar keiner ist?
Weil die gemahlenen Cayenne-Chilischoten historisch als scharfer, günstigerer Ersatz für echten schwarzen Pfeffer galten. Der Name blieb hängen, obwohl botanisch keine Verwandtschaft besteht.