Vier Tomatenkrankheiten im Vergleich: Braunfäule, Blütenendfäule, Mehltau und Septoria Blattflecken

Tomatenkrankheiten erkennen und behandeln


Auch die bestgepflegte Tomatenpflanze bleibt nicht automatisch von Problemen verschont – Wetter, Standort und Gießrhythmus spielen eine mindestens genauso große Rolle wie die Pflanze selbst. Wir sehen bei unserer eigenen Anzucht in Illmitz jedes Jahr, welche Probleme am häufigsten auftreten, und was sich dagegen tun lässt. Hier die wichtigsten im Überblick.

Braunfäule – die gefürchtetste Tomatenkrankheit

Die Kraut- und Braunfäule ist das, was den meisten Hobbygärtnern am meisten Sorgen macht, und das zu Recht: Sie zeigt sich durch braune, wasserdurchtränkte Flecken auf Blättern und Stängeln, die sich bei feuchter Witterung innerhalb weniger Tage über die ganze Pflanze ausbreiten können. Verursacht wird sie durch einen Pilz, der sich vor allem bei feuchtwarmem Wetter und nassem Laub rasant vermehrt. Ist eine Pflanze erst einmal stark befallen, lässt sie sich meist nicht mehr retten – umso wichtiger ist Vorbeugung: Blätter beim Gießen trocken halten, ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen für gute Luftzirkulation lassen, und befallene Pflanzenteile sofort entfernen und im Hausmüll statt am Kompost entsorgen.

Blütenendfäule – kein Pilz, sondern ein Nährstoffproblem

Anders als die Braunfäule ist die Blütenendfäule keine Krankheit im eigentlichen Sinn, sondern eine Folge unregelmäßiger Wasser- und Kalziumversorgung. Sie zeigt sich als dunkler, eingesunkener Fleck an der Fruchtunterseite, meist bei den ersten Früchten der Saison. Die Lösung liegt fast immer in gleichmäßigerem Gießen – schwankt die Bodenfeuchte stark, kann die Pflanze das vorhandene Kalzium nicht mehr richtig zur Frucht transportieren, selbst wenn genug davon im Boden ist. Mehr dazu auch in unserem Ratgeber zum Düngen.

Weiße Fliege – lästig, aber meist gut in den Griff zu bekommen

Weiße Fliegen erkennst du daran, dass beim leichten Schütteln der Pflanze eine Wolke winziger, weißer Insekten aufsteigt. Sie saugen Pflanzensaft und schwächen die Tomate über die Zeit. Gelbtafeln in Pflanzennähe fangen einen Teil der erwachsenen Tiere ab, regelmäßiges Abduschen der Blattunterseiten mit Wasser reduziert den Befall zusätzlich. Bei starkem Befall helfen im Handel erhältliche, für den Gemüseanbau zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Neemöl.

Wenn Früchte plötzlich aufplatzen

Reife oder fast reife Tomaten, die plötzlich aufreißen, sind meist ein Zeichen für zu unregelmäßiges Gießen – typischerweise nach einer Trockenphase gefolgt von starkem Regen oder reichlichem Gießen auf einmal. Die Frucht wächst dann schneller, als die Schale mitwachsen kann, und platzt auf. Ein gleichmäßiger Gießrhythmus ist auch hier die wirksamste Vorbeugung.

Eine gesunde Ausgangsbasis macht vieles einfacher

Keines dieser Probleme lässt sich durch die Wahl der Pflanze allein vollständig ausschließen – Wetter und Pflege spielen immer mit. Was wir dir aber abnehmen können: eine kräftige, gesunde Jungpflanze ohne Vorschäden als Startpunkt. Unsere Tomatenjungpflanzen verlassen Illmitz erst, wenn sie robust genug für die Reise sind – eine solide Basis, von der aus du mit guter Pflege deutlich bessere Karten hast als mit einer bereits geschwächten Pflanze.